Der Fachkräftemangel in der Touristikbranche droht sich weiter zu verschärfen. Laut einer Umfrage des DRV unter kleinen und mittelständischen Ausbildungsbetrieben schätzen viele Unternehmen die derzeitige Lage als so kritisch ein, dass eine Insolvenz nicht ausgeschlossen werden kann. „Die Auszubildenden dieser Unternehmen müssen Sorge haben, dass ihr Ausbildungsvertrag gekündigt werden muss“, heißt es in einer Mitteilung des Verbands. 

Der Ausblick auf das neue Ausbildungsjahr gebe ebenfalls Anlass zur Sorge: Im Vergleich zur Anzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Vorjahr planten die Unternehmen, nur noch rund halb so viele neue Ausbildungsplätze anzubieten. Im Berufsbild der Tourismuskaufleute sei der Rückgang mit 64 Prozent gegenüber dem Vorjahr besonders deutlich. Der Branche gehe so der Nachwuchs aus, befürchtet DRV-Präsident Norbert Fiebig, der weitere staatliche Unterstützung fordert.

„Die Ausbildungsbetriebe brauchen in dieser Ausnahmesituation dringend Hilfe, etwa durch eine staatliche Übernahme der Ausbildungsvergütung im ersten Ausbildungsjahr. Es ist an uns allen, das Erfolgsmodell der dualen Ausbildung zu sichern.“

Man begrüße zwar, dass der Koalitionsausschuss mit dem Konjunkturpaket auch Maßnahmen zur Sicherung des Ausbildungsplatzangebots beschlossen habe. Allerdings reichten die vorgesehenen Prämien von 2.000 beziehungsweise 3.000 Euro nicht aus.

Der DRV appelliert nicht nur an die Politik, sondern auch an die Unternehmen der Reisewirtschaft, den touristischen Nachwuchs auch während der Krise zu fördern: Das Ausbildungsjahr müsse nicht zwingend am 1. August oder 1. September starten. Lösungen könnten mit den jeweiligen Berufsschulen entwickelt werden, damit der Jahrgang 2020 so stark wie möglich ins neue Ausbildungsjahr starten könne.

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