Der italienische Markt verzeichnete im Jahresvergleich einen Anstieg der neu installierten Photovoltaik-Anlagen, da mehrere förderfreie Solarparks ans Netz gingen. Der größte Teil der neuen Kapazität des vergangenen Jahres Jahres kam im November und Dezember dazu. Die Regionen mit dem größten Zubau waren Apulien und Sardinien.

von pv magazine International

Italien hat im vergangenen Jahr rund 737 Megawatt an neuen Photovoltaik-Anlagen installiert. Dies ist der höchste Zubau seit sechs Jahren. Vorläufige Zahlen des italienischen Verbands für erneuerbare Energien (Anie Rinnovabili) und Daten des Netzbetreibers Terna deuten darauf hin, dass der größte Teil des Zubaus im November und Dezember mit 126,6 und 179,5 Megawatt neu installierter Photovoltaik-Leistung. Der größte Teil dieser neuen Photovoltaik-Anlagen zum Jahresende entfalle dabei auf große Projekte mit direkten Stromlieferverträgen (PPAs) an Kunden – also Anlagen die ohne staatliche Förderung auskommen.

Der letztjährige Zubau markierte einen Anstieg um fast 69 Prozent gegenüber den 437 Megawatt Photovoltaik-Zubau 2018, wobei die Zahlen für die drei Jahre mit 407, 369 und 305 Megawatt noch niedriger lagen. Auch im vergangenen Jahr waren es kleine Dachanlagen das Rückgrat des italienischen Photovoltaik-Marktes, obwohl es neue Lebenszeichen auch im Segment der Anlagen mit einer Erzeugungskapazität von mehr als 1 Megawatt gab.

Aufschlüsselung nach Segmenten

Die Zahlen von Terna zeigen, dass mehr als ein Drittel der neuen Kapazität des vergangenen Jahres – 257,9 Megawatt – aus Projekten mit einer Größe von mehr als 1 Megawatt stammen. Dies deutet auf eine Verlagerung zu größeren Photovoltaik-Anlagen hin. Seit 2012 wird der Markt von kommerziellen Dachanlagen in wohlhabenderen nördlichen Regionen wie der Lombardei, dem Veneto und der Emilia-Romagna angeführt. Im vergangenen Jahr dominierte jedoch die südliche Region Apulien mit 178 Megawatt an neuer Photovoltaik-Leistung, gefolgt von Sardinien (102 Megawatt) und dann kamen die Lombardei (89,1 Megawatt), Venetien (80,7 Megawatt) und die Emilia-Romagna (57,4 Megawatt).

Trotz der Veränderungen des italienischen Photovoltaik-Marktes entfiel auf private Dachanlagen mit einer Leistung von bis zu 20 Kilowatt auch im Jahr 2019 das größte Stück des Kuchens – allerdings nur gerade noch. Kleine Anlagen mit einer Gesamtleistung von 262,3 Megawatt machten mehr als 35 Prozent des Marktes aus. Größere Photovoltaik-Anlagen mit 20 bis 100 Kilowatt Leistung summierten sich auf 92,6 Megawatt, und kommerzielle Projekte mit 100 Kilowatt bis 1 Megawatt Leistung trugen 124,6 Megawatt zum Gesamtzubau 2019 bei.

Die vorläufigen Zahlen zeigen, dass Italien bis zum Ende des vergangenen Jahres ein kumuliert installierte Photovoltaik-Leistung von 20,9 Gigawatt erreichte. Der nationale integrierte Klima- und Energieplan des Landes sieht vor, dies bis 2030 auf 50 Gigawatt zu steigern.

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