Der Schweizer Technologiekonzern bestätigte auf der Generalversammlung, dass er an der Umsetzung der nächsten Schritte arbeitet. Kürzlich bestätigte CEO Gunter Erfurt, dass Meyer Burger den Aufbau einer hochskalierten Produktion für seine Heterojunction-Zellen und -Module in Deutschland evaluiert.

Die Meyer Burger Technology AG prüft derzeit Optionen für den Bau einer Gigawatt-Fabrik für hocheffiziente Solarzellen und Solarmodule. Dies bestätigte der Verwaltungsrat den Aktionären auf der Hauptversammlung am Mittwoch. Das Unternehmen konzentriere sich im Zuge der Überprüfung der strategischen Optionen nun primär auf den Aufbau einer eigenen Zell- und Modulfertigung in Europa – insbesondere Deutschland. In diesem Zusammenhang würden bereits Gespräche über konkrete Finanzierungsoptionen geführt. Mit Hochdruck werde an den nächsten Schritten zur Umsetzung gearbeitet. „Der Einstieg in eine eigene, großskalierte Fertigung soll Meyer Burger ermöglichen, künftig direkt von der Technologie- und Kostenführerschaft der proprietären, patentgeschützten Heterojunction/Smartwire-Technologie zu profitieren“, begründete das Unternehmen die Pläne. Mit der Eigenproduktion wolle Meyer Burger zudem dazu beitragen, die Solarindustrie in Europa wiederzubeleben und einen signifikanten Beitrag zur Senkung der Treibhausgase sowie Effizienzsteigerung der erneuerbaren Energien leisten.

Erst Anfang des Monats bestätige CEO Gunter Erfurt in einem Radiointerview die Pläne des Unternehmens, in Deutschland eine große Fertigung für seine hocheffizienten Photovoltaik-Produkte aufbauen zu wollen. Die Solarmodule könnten dann für einen schwimmenden Solarpark mit zehn Gigawatt Leistung im zu flutenden Tagebauloch Hambach im Rheinischen Revier installiert werden. Für diese Pläne bekam Meyer Burger bereits Unterstützung aus Wissenschaft und Gesellschaft. So bezeichnete etwa der Direktor des Instituts für Energie- und Klimaforschung am Forschungszentrum Jülich, Uwe Rau, den Vorschlag als „perfekt und absolut realisierbar“. „Wenn wir statt der Kohlekraftwerke einen Solarpark im Tagebau installieren, wäre das ein doppelter Vorteil: die Stromtrassen könnten bestehen bleiben. Wir müssten Strommasten und Leitungen, die von den heutigen Kohlekraftwerken weg führen, nicht abbauen und woanders wieder aufbauen“, so der Forscher.

Die Umsetzung der Pläne von Meyer Burger für den Aufbau einer eigenen Fertigung hängen auch maßgeblich von den Finanzierungsoptionen ab. Auch der genaue Standort für die Fabrik stehe noch nicht fest. Zugleich zeigte sich CEO Gunter Erfurt zuversichtlich. Es gebe ein erkennbares Interesse seitens der Landesregierung, ein solches Projekt zu realisieren. Von Vorteil sei dabei auch, dass die Themen Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie in Nordrhein-Westfalen in einem Ministerium gebündelt sind.

Neben Meyer Burger hat auch REC pv magazine bestätigt, dass es Pläne für den Bau einer 2-Gigawatt-Fabrik in Frankreich verfolgt. Auch daran könnte Meyer Burger beteiligt sein, zumindest als Technologielieferant. Der Schweizer Konzern und der Modulhersteller hatten im vergangenen Jahr eine strategische Partnerschaft geschlossen. Meyer Burger lieferte bereits die ersten Produktionslinie für das REC-Werk in Singapur. Nach eigenen Angaben produziert REC dort seine Heterojunction-Module „Alpha“ mit einer Jahreskapazität von 600 Megawatt, die noch auf mehrere Gigawatt erweitert werden sollen.

Xavier Daval vom französischen Verband SER sieht derzeit ebenfalls eine große Chance für eine Revitalisierung der europäischen Solarindustrie. In einem Gastbeitrag für pv magazine erklärt er, warum aus seiner Sicht, die Gigawatt-Fabrik in Frankreich entstehen sollte und nicht in Deutschland.

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