Ungebrochen groß bleibt die Nachfrage nach Photovoltaik-Dachanlagen in Deutschland. Nach fünf Monaten liegt der Zubau schon fast zwei Gigawatt. Die Solarförderung sinkt im Juli um weitere 1,4 Prozent ab.

Im Mai hat der Photovoltaik-Zubau mit einer neu gemeldeten Leistung aller Anlagen von 446,254 Megawatt einen neuen Jahreshöchststand erreicht. Trotz Corona-Krise bleibt die Photovoltaik-Nachfrage in Deutschland damit ungebrochen. Wahrscheinlich wurde sie noch getrieben von den drohenden 52-Gigawatt-Deckel, der immer näher rückte. Im Juni hat der Bundestag im Zuge der Verabschiedung des Gebäudeenergiegesetzes die Streichung des Passus, der das Ende der Solarförderung für alle Photovoltaik-Anlagen bis 750 Kilowatt bedeutet, aus dem EEG beschlossen. Kommende Woche steht es noch auf der Tagesordnung des Bundesrates.

Insgesamt summiert sich die Leistung des neu bei der Bundesnetzagentur gemeldeten Photovoltaik-Anlagen nach fünf Monaten 2020 auf knapp 1926 Megawatt. Im Mai blieb vor allem das Segment der privaten und gewerblichen Photovoltaik-Dachanlagen stark. Immerhin 321 der 446 Megawatt entfielen auf die Photovoltaik-Anlagen, die außerhalb von Ausschreibungen realisiert wurden. Die Freiflächenanlagen bis 750 Kilowatt Leistung, die ebenfalls ohne Zuschlag gebaut werden konnten, machten insgesamt 34,8 Megawatt des Gesamtzubaus im Mai aus, wie aus den Zahlen der Bonner Behörde hervorgeht.

Die Lockerungen des Corona-Beschränkungen im Mai wirkten sich positiv auf die Realisierung von größerer Solarparks aus. So sind 33 neue Photovoltaik-Freiflächenanlagen im Mai in Betrieb genommen worden. Sie haben nach den Zahlen der Bundesnetzagentur eine Gesamtleistung von knapp 121,4 Megawatt. Eher weiter bescheiden bleiben hingegen die Anmeldungen für den Mieterstrom-Zuschlag, der für große Photovoltaik-Projekte seit einigen Monaten bei 0 Cent liegt, also nicht mehr vorhanden ist. Die Gesamtleistung der gemeldeten Mieterstrom-Photovoltaik-Anlagen gibt die Behörde mit 1,813 Megawatt an. Der höchste Wert in diesem Jahr. Insgesamt sind bis Mai Mieterstrom-Projekte mit insgesamt 7,2 Megawatt neu für den Zuschlag gemeldet worden.

Auch wenn der 52-Gigawatt-Deckel nach der Bundesratsentscheidung kommende Woche wohl endgültig zu den Akten gelegt wird, so gibt die Bundesnetzagentur weiterhin die auf diese Marke anzurechende installierte Photovoltaik-Leistung an – es sind Ende Mai 50,88 Gigawatt.

Im Juli sinkt die Solarförderung zudem um weitere 1,4 Prozent. Die festen Einspeisevergütungen, die für alle Photovoltaik-Anlagen bis 100 Kilowatt gezahlt werden, liegen damit je nach Größe der Anlage zwischen 5,89 und 9,03 Cent pro Kilowattstunde. Für sonstige Anlagen – also solche die sich nicht an oder auf Gebäuden und Lärmschutzwänden befinden – bis 100 Kilowatt Leistung gibt es im Juli noch 6,22 Cent pro Kilowattstunde. Der anzulegende Wert in der Direktvermarktung, die für alle Anlagen ab 100 Kilowatt Leistung verpflichtend ist, bewegt sich im Juli je nach Anlagengröße zwischen 6,62 und 9,43 Cent pro Kilowattstunde.

Powered by WPeMatico