Der Batteriespeicher in Trostberg dient dabei als Reallabor und steht im Zuge der „Intraday-Challenge“ auch externen Unternehmen offen. So hat Verbund Energy4Business dort seine Optimierungsplattform für einen passenden Marktzugang zum Intraday-Handel eingebunden.

Für den Betrieb von Großspeichern gibt es zwei klassische Geschäftsmodelle: Entweder sie werden für die Vermarktung von Primärregelenergie genutzt oder zur Lastspitzenglättung bei Industrieunternehmen oder für das Verteilnetz. Für einen rentablen Betrieb der Großspeicher können jedoch weitere Erlösquellen nicht schaden. Diese zu erschließen, hat die Smart Power GmbH in Angriff genommen. Sie nutzt dazu ihr Speichersystem mit 1,2 Megawatt Leistung und 1,5 Megawattstunden Kapazität in Trostberg als Reallabor und hat dort eine „Intraday-Challenge“ gestartet, wie es Georg Gallmetzer von Smart Power nennt.

Der Großspeicher in Trostberg wird nur etwa drei Monate im Jahr für das Peak-Shaving von den Stadtwerken genutzt. Die restlichen neun Monate nutzt Smart Power nun, um neue Geschäftsmodelle zu erproben und stellt den Speicher dafür auch anderen Unternehmen zur Verfügung. Konkret geht es darum, nachhaltige Geschäftsmodelle für Batteriespeicher am Intradaymarkt vor allem dann zu entwickeln, wenn Preisdifferenzen optimal genutzt werden können und die Qualität dieser Steuerungsalgorithmen auf die technischen Eigenschaften von Batteriespeichern abgestimmt werden. Die verfügbaren Speicherkapazitäten müssen dafür optimal auf die Preissignale am Intraday-Markt angepasst werden. Bislang werden die notwendigen Algorithmen programmiert und dann anhand von Simulationen verbessert. Mit dem Großspeicher in Trostberg können sie nun unter realen Bedingungen getestet und weiterentwickelt werden.

Nachhaltige Geschäftsmodelle für Batteriespeicher können sich am Intradaymarkt vor allem dann entwickeln, wenn Preisdifferenzen optimal genutzt werden.

Grafik: Smart Power GmbH

Als erstes Unternehmen macht Verbund Energy4Business von dem Angebot von Smart Power Gebrauch. Seit Juni testet es über die Optimierungsplattform „Volery“, mit der Anlagen wie etwa Batteriespeicher, Power-to-X-Anlagen bis hin zu Anforderungen des Microgrids real-time gesteuert werden. Dabei biete die Plattform einerseits die Möglichkeit einer Schwarmsteuerung, womit viele kleine Flexibilitätseinheiten vernetzt vermarktet werden können, heißt es von dem österreichischen Unternehmen. Aber auch eine Einzel- oder Multi-Asset Optimierung unter Berücksichtigung von komplexen Nebenbedingungen sei realisierbar, also auch die Verknüpfung von Erneuerbaren-Anlagen mit industriellen Flexibilitäten und Speichern. Verbund Energy4Business will damit nach eigenen Angaben eine optimale Nutzung der Speicher und gleichzeitige Reduktion der Netzentgelte gewährleisten.

Smart Power sucht für seine „Intraday-Challenge“ noch weitere Teilnehmer. „Jeder kann mit seiner eigenen Marktintelligenz und Trading-Algorithmen an die Sache herangehen und die reale Performance der Batterieoptimierung im Intraday-Handel austesten. So ermitteln wir nicht nur das tatsächliche wirtschaftliche Potenzial dieses Geschäftsmodelles, sondern durch unterschiedliche Herangehensweisen werden sich auch die besten Lösungswege herauskristallisieren“, sagt Georg Gallmetzer, Vertriebsleiter von Smart Power weiter. Die Daten und Ergebnisse der einzelnen Unternehmen würden dabei vertraulich behandelt, jedoch in Relation zu der anderer Trading-Teilnehmer gestellt.

Ulrich Bürger, technischer Leiter und Prokurist bei Smart Power, sieht noch weitere Vorteile neben den neuen Einnahmequellen und damit einer guten Finanzierungsgrundlage für Großspeicher: „Letztendlich profitieren werden von diesem Projekt langfristig alle, denn der Intraday-Handel wirkt sich langfristig positiv auf die Systemstabilität aus, dämpft hohe Preis-Ausschläge und unterstützt den Ausgleich von Prognoseungenauigkeiten bei erneuerbaren Energien.“

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