Der Deutsche Reiseverband (DRV) fordert zusammen mit dem Bundesverband der Tourismuswirtschaft und dem Verbraucherzentrale Bundesverband die Bundesregierung auf, einen Kreditfonds für die Reisebranche aufzulegen. Dieser staatliche abgesicherte Fonds soll die derzeitigen Liquiditätsengpässe bei Reiseveranstaltern und Reisebüros überbrücken und Arbeitsplätze sichern. 

Aus dem Fonds sollen Veranstalter vorübergehend Geld entnehmen können, um Kunden die Gelder für stornierte Reisen rückzuerstatten, heißt es in einem gemeinsamen Schreiben der Verbände. Denn Laut DRV belaufen sich die Erstattungsforderungen inzwischen auf rund sechs Milliarden Euro und wegen leerer Kassen könnten die Gelder nicht fristgerecht zurückgezahlt werden. Drohende Insolvenzen verstärkten zudem die Unsicherheit der Kunden, so dass diese lieber Geld und nicht den freiwilligen Gutschein bevorzugten. Der Fonds käme nur dann zum Tragen, wenn der Kunde auf einer Barauszahlung besteht, so der Vorschlag.

Und auch Reisebüros könnte eine solche Lösung helfen: Agenturen könnten vom Fonds Geld erhalten, um zurückzuzahlende Provisionen ausgleichen zu können.

Klar ist, dass die Reisebüros und die Veranstalter nach Ablauf einer Frist die entnommenen Mittel wieder zurückzahlen müssen. In dem Schreiben heißt es: „Der Staat würde in diesem Fall eine Kreditlinie zur Verfügung stellen und eine Ausfallbürgschaft übernehmen. Bei einer erfolgreichen Bewältigung der Covid-19-Krise ist das Risiko für den Staatshaushalt als gering einzuschätzen.“

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